25. Februar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Februar 25, 2026

Fehlende Seiten im Epstein-Komplex – Transparenz unter Vorbehalt!

Im Bestand der veröffentlichten Epstein-Akten klaffen Lücken. Interne Seriennummern in den Dokumenten zeigen, dass einzelne Seiten erfasst und katalogisiert wurden, aber nicht in der öffentlichen Datenbank auftauchen. Betroffen sind Unterlagen, in denen der Name von Präsident Trump im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen genannt wird. Nach Abgleich verschiedener Dokumentenlisten fehlen mehr als 50 Seiten mit Interviewprotokollen und begleitenden Notizen des FBI.

Das Justizministerium verweist auf Gründe wie Schutzrechte, Doppelungen oder laufende Ermittlungen. Eine politische Motivation wird zurückgewiesen. Gleichzeitig wächst der Druck, weil Abgeordnete inzwischen ungeschwärzte Fassungen einsehen konnten und Kritik an der Handhabung der Veröffentlichung üben. Im Zentrum steht die Aussage einer Frau, die angibt, sie sei Anfang der 1980er-Jahre als Minderjährige von Trump missbraucht worden. Öffentlich zugänglich ist bislang nur ein frühes Interview, in dem sein Name nicht fällt. Interne Aktenvermerke belegen jedoch weitere Befragungen. Genau diese Protokolle erscheinen in der öffentlichen Datenbank nicht vollständig.

In den vergangenen Monaten wurden Millionen Seiten freigegeben. Doch die aktuelle Prüfung zeigt, dass Transparenz nicht allein an der Masse gemessen werden kann. Entscheidend ist, ob die Dokumentation konsistent und vollständig erfolgt. Solange registrierte Seiten fehlen, bleibt die Frage offen, nach welchen Kriterien veröffentlicht wurde und welche Unterlagen im internen Bestand verbleiben.

Merz in Peking – Balanceakt zwischen Xi und Trump

Friedrich Merz reist erstmals als Kanzler nach China und steht vor einem heiklen Termin. In Peking und Hangzhou will er zeigen, dass Europa eigenständiger werden kann, ohne sich von Washington oder Peking abzuschneiden. Sein Ansatz ist klar: weniger Abhängigkeit, aber kein Bruch. Die Lage ist angespannt. Streitpunkte reichen von Handel über Taiwan bis zum Krieg in der Ukraine. Gleichzeitig bleibt China für deutsche Konzerne ein zentraler Markt. Merz besucht Werke von Mercedes-Benz, Siemens und Unitree Robotics und wird von zahlreichen Wirtschaftsvertretern begleitet. Doch er dürfte auch heikle Fragen ansprechen.

Chinesische Subventionen und ein niedriger Renminbi setzen deutsche Hersteller unter Druck. Tausende Industriearbeitsplätze stehen auf dem Spiel. In Peking wird man auf mehr Marktzugang für chinesische Produkte drängen, vor allem für Elektroautos. Zudem erwartet China Rückhalt in der Taiwan-Frage. Merz wiederum dürfte Xi Jinping auffordern, Einfluss auf Wladimir Putin zu nehmen. Kurz nach der Rückkehr aus China reist der Kanzler weiter nach Washington zu Donald Trump. Innerhalb weniger Tage trifft er damit zwei der mächtigsten Staatschefs der Welt. Für Berlin geht es um wirtschaftliche Interessen, politische Haltung und die Frage, wie viel Spielraum Europa zwischen den Großmächten tatsächlich hat.

27 Prozent Hoffnung – Demokraten so pessimistisch wie lange nicht

Die Stimmung unter demokratischen Wählern ist nach dem ersten Jahr unter Trump so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Eine aktuelle Gallup-Erhebung zeigt: Im Schnitt bewerten nur noch 27 Prozent der Demokraten die Lage im Land positiv. Abgefragt wurden 30 Bereiche – von der eigenen finanziellen Situation über Gesundheitsversorgung bis hin zu Moralvorstellungen und öffentlicher Bildung. Das Ergebnis ist ein historischer Tiefpunkt. Keine der beiden großen Parteien blickte unter einem Präsidenten der vergangenen Jahre derart düster auf die nationalen Verhältnisse. Während die Demokraten nahezu flächendeckend Unzufriedenheit äußern, zeigen sich Republikaner deutlich zufriedener – ein bekanntes Muster für die Partei im Weißen Haus. Auffällig ist jedoch die Tiefe des demokratischen Einbruchs. Es geht nicht nur um politische Ablehnung, sondern um eine generelle Einschätzung der Lebensrealität in den USA. Wenn nur noch gut ein Viertel der eigenen Anhängerschaft positive Zustände erkennt, spricht das für ein massives Vertrauensproblem in Richtung Zukunft.

Pentagon prüft UFO-Akten – Hegseth kündigt Freigabe an

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärt, das Pentagon arbeite derzeit daran, Regierungsakten zu UFOs und möglichem außerirdischem Leben zu identifizieren und für eine Veröffentlichung vorzubereiten. Man habe entsprechende Teams eingesetzt und prüfe die vorhandenen Bestände, sagte er. Wörtlich erklärte Hegseth, man grabe sich in die Materie ein. Details zu Umfang, Zeitplan oder konkreten Dokumenten nannte er nicht. In den vergangenen Jahren hatten verschiedene Behörden bereits Berichte zu sogenannten UAP, also nicht identifizierten Luftphänomenen, freigegeben. Nun stellt sich die Frage, ob darüber hinaus bislang zurückgehaltene Unterlagen existieren und in welchem Zustand diese sind. Politisch brisant ist das Thema vor allem deshalb, weil Teile der Öffentlichkeit seit Jahrzehnten vollständige Transparenz fordern. Ob es tatsächlich neue Erkenntnisse geben wird oder lediglich bekannte Berichte neu aufbereitet werden, bleibt offen. Klar ist nur, dass das Verteidigungsministerium das Thema erneut offiziell aufgreift und eine mögliche Freigabe prüft.

Ex-ICE-Bundesanwalt rechnet mit Ausbildung ab

Der frühere ICE-Bundesanwalt Ryan Schwank begründet seinen Rücktritt mit einem klaren Verweis auf seinen Amtseid. Er habe geschworen, die Verfassung zu schützen, sagte er. Und genau diesem Eid sei er auch mit seinem Rücktritt treu geblieben. Besonders scharf kritisiert Schwank das vorgeschriebene Ausbildungsprogramm an der ICE-Akademie. Dieses sei unzureichend, fehlerhaft und strukturell kaputt. Wer neu in die Behörde komme, erhalte nicht das notwendige Rüstzeug, um rechtsstaatlich sauber zu arbeiten. Für einen Juristen wie ihn sei das nicht hinnehmbar gewesen. Seine Entscheidung versteht er als Konsequenz aus innerem Konflikt und professionellem Anspruch. Wenn die Schulung den gesetzlichen Anforderungen nicht gerecht werde, werde der Eid zum entscheidender Punkt für die eigene Haltung. Schwanks Abgang macht damit den Punkt auf amateurhafte interne Abläufe einer Behörde deutlich, die seit Jahren politisch unter Druck steht.

RFK Jr. stellt Vertrauen in Experten grundsätzlich infrage

Robert F. Kennedy Jr. fordert ein Ende des blinden Vertrauens in Experten. Vertrauen in Fachleute sei kein Kennzeichen von Wissenschaft oder Demokratie, sagt er, sondern erinnere an Religion und totalitäre Systeme. Mit dieser Aussage greift er ein Fundament moderner Politik an, in der Entscheidungen regelmäßig auf wissenschaftlicher Beratung beruhen. Kennedy stellt damit nicht einzelne Studien oder Institutionen infrage, sondern das Prinzip, Expertise als Grundlage staatlichen Handelns zu akzeptieren. In einer Zeit, in der Gesundheits-, Klima- und Sicherheitsfragen hochkomplex sind, berührt diese Position den Umgang mit Fakten, Verantwortung und öffentlicher Debatte. Wissenschaft lebt von Überprüfung und Kritik, nicht von Autorität allein. Demokratie wiederum basiert auf informierter Entscheidung, nicht auf Misstrauen gegenüber jeder Fachkenntnis. Kennedys Aussage verschiebt die Debatte weg von der Qualität einzelner Experten hin zur generellen Ablehnung von Expertise als solcher.

Trump mit Goldmedaille – und unterschiedliche Signale aus dem Eishockey

Donald Trump setzte sich demonstrativ eine Goldmedaille um den Hals und sagte: „Ich gebe sie nicht zurück. Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal tragen würde.“ Der Moment wirkte bewusst inszeniert und sollte Nähe zu sportlichem Erfolg zeigen. Während das Frauen-Eishockeyteam zuletzt klare Distanz zur politischen Vereinnahmung suchte, erschien das Männerteam beim Präsidenten und lieferte Bilder, die sich politisch nutzen lassen. Sport und Politik lassen sich nicht sauber trennen, doch Athletinnen und Athleten entscheiden selbst, wie sie mit Symbolen umgehen. Eine Goldmedaille steht für Leistung auf dem Eis, nicht für Loyalität zu einem Amtsträger. Unterschiedliche Haltungen innerhalb des Sports zeigen, wie stark die gesellschaftliche Spaltung auch dort angekommen ist. Wer sich zeigt, sendet ein Signal. Wer fernbleibt, ebenfalls.

Neun Jahre alt, Touristenvisum – und vier Monate ICE-Haft

Maria Antonia Guerra Montoya ist neun Jahre alt und lebt in Kolumbien. Sie reiste mit gültigem Touristenvisum in die USA, um mit ihrer Mutter nach Disney World zu fahren. Die Mutter ist mit einem US-Staatsbürger verheiratet und befindet sich im Verfahren für eine Green Card. Am Flughafen in Miami wurden beide von Einwanderungsbeamten getrennt verhört. Das Kind, das nur Name, Geburtsdatum und Herkunft nennen konnte, wurde stundenlang befragt. Die Mutter musste ihr Handy abgeben. Nach 42 Stunden in einer Zelle wurden sie nach Texas geflogen und in die ICE-Einrichtung in Dilley gebracht. Dort blieben sie Monate. Öffentlich bekannt wurde der Fall erst durch Recherche. Maria, die sich vegetarisch ernährt, berichtete, sie sei in der Einrichtung zweimal ohnmächtig geworden. Nachts wachte sie weinend auf, aus Angst, von ihrer Mutter getrennt zu werden oder nie wieder freizukommen. In einem Brief schrieb sie, sie glaube, alles sei ihre Schuld gewesen, sie habe nur Urlaub machen wollen wie andere Familien. Sie vermisse ihre Freundin Julieta, ihre Großmutter und ihre Schule.

Der Fall wirft Fragen zum Umgang mit Familien mit gültigen Visa auf. Er zeigt, wie schnell selbst reguläre Einreisen in Haft enden können, wenn Zweifel oder Verdachtsmomente aufkommen. Für ein Kind bleibt vor allem die Erfahrung, dass ein geplanter Besuch im Freizeitpark in monatelanger Internierung endete. Unternehmen wie Disney World pflegen enge Kontakte zu Politik und Wirtschaft. Ob sie sich zu solchen Fällen äußern, bleibt weiterhin abzuwarten. Wir haben täglich mit solchen Fällen zu tun und setzen alles daran, schnellstmöglich Hilfe und Unterstützung zu leisten. Unsere Schreibtische sind derzeit so überfüllt, dass man kaum noch hinterherkommt. Das hält uns jedoch nicht davon ab, in jedem einzelnen Fall alles zu geben.

Falsche Adresse, echter Schaden – Protest an der Overton High School

Eine Einheit der Memphis Task Force stand einmal mehr an der falschen Adresse und hinterließ Verunsicherung in der Nachbarschaft. Bewohner berichten von einem massiven Auftritt, obwohl sich der Einsatz als Irrtum herausgestellt habe. Solche Fehler treffen nicht nur die unmittelbar Betroffenen, sondern das gesamte Umfeld. Vertrauen entsteht langsam und kann durch einen einzigen Fehlzugriff erschüttert werden. An der Overton High School reagierten Schülerinnen und Schüler mit einem Walkout unter dem Motto „ICE out of Memphis“. Der Protest richtete sich gegen das Vorgehen der Behörden und gegen das Gefühl, dass ihre Gemeinschaft unter Generalverdacht steht. Jugendliche verlassen für so einen Schritt den Unterricht nicht leichtfertig. Wenn sie es tun, dann weil sie glauben, dass ihre Stimmen sonst nicht gehört werden.

Unabhängig von politischer Haltung bleibt die Frage nach Verantwortung. Wer Einsätze plant, muss sicherstellen, dass die Informationen stimmen. Fehler bei Adressen sind keine Nebensächlichkeit, sondern greifen in das Leben Unbeteiligter ein. Eine Stadt, die Sicherheit gewährleisten will, sieht anders aus.

Liebe Leserinnen und Leser,
wir sitzen nicht im Warmen und schreiben über die Welt. Wir sind dort, wo es wehtut. Aber wir hören nicht beim Schreiben auf. Wir helfen konkret. Wir setzen uns für Menschenrechte und Völkerrecht ein — als Haltung. Gegen Machtmissbrauch. Gegen eine Politik, die mit Angst regiert und Schwächere opfert, um Stärkere zu bedienen. Wegsehen war noch nie neutral. Es hat immer denen genutzt, die darauf zählen, dass niemand hinschaut.
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