13. Februar 2026 – Kurznachrichten

VonTEAM KAIZEN BLOG

Februar 13, 2026

Sirenen gegen Protest – Noem verteidigt Grenzpolitik in San Diego!

Heimatschutzministerin Kristi Noem spricht an einem abgesperrten Grenzübergang für Fracht in San Diego über die angeblichen Erfolge der Regierung bei der Grenzsicherung, während draußen Protestierende mit Lärm und Rufen versuchen, ihre Botschaft zu übertönen. Fahrzeuge des Grenzschutzes lassen Sirenen aufheulen, um die Stimmen jenseits des Zauns zu überdecken.

Großer Protest vor dem Ort, an dem Ministerin Noem am Donnerstag in Otay Mesa über Fentanyl-Beschlagnahmungen, das Finanzierungs­gesetz für das Heimatschutzministerium und künftige Einsätze gesprochen hat, die sie als gezielte Durchsetzungsmaßnahmen bezeichnete.

Noem warnt zugleich vor drastischen Folgen, falls ihrem Ministerium in dieser Woche das Geld ausgeht. Betroffen wären nach ihren Worten nicht nur Einwanderungsbehörden, sondern auch die Verkehrssicherheitsbehörde, der Secret Service und die Küstenwache. Sie stellt die Frage, wie lange Beschäftigte weiterarbeiten würden, wenn ihre Gehälter ausbleiben. Auf die Proteste angesprochen, verweist sie auf das Recht auf freie Meinungsäußerung nach dem ersten Verfassungszusatz und nennt es persönlich „eine wunderbare Sache“. Zwischen Sirenen und Sprechchören zeigt sich ein Land, in dem Grenzpolitik längst nicht mehr nur Verwaltungssache ist, sondern offener politischer Konflikt.

„Keine Angst vor Keimen“ – Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. und der Satz, der alles sagt

Ich habe keine Angst vor Keimen. Ich habe früher Kokain von Toilettensitzen geschnupft.“

„Ich habe keine Angst vor Keimen. Ich habe früher Kokain von Toilettensitzen geschnupft.“ Dieser Satz stammt nicht aus einer Late-Night-Show, sondern von Robert F. Kennedy Jr., dem amtierenden Gesundheitsminister. Gesagt von dem Mann, der für öffentliche Gesundheit, Prävention und wissenschaftliche Standards zuständig ist. Kennedy wollte offenbar Robustheit demonstrieren. Heraus kam eine Selbstbeschreibung, die eher an Selbstüberschätzung erinnert. In einer Zeit, in der Impfquoten, Seuchenschutz und Vertrauen in staatliche Gesundheitsbehörden unter Druck stehen, sendet der oberste Gesundheitsverantwortliche damit ein Signal, das irritiert.

Es geht nicht um Jugendsünden. Es geht um Maß und Verantwortung. Wer das Gesundheitsressort führt, prägt den Ton. Wenn Keime zur Nebensache erklärt werden und persönliche Grenzerfahrungen als Beleg für Unverwundbarkeit dienen, wird aus Amtspflicht Attitüde. Gesundheitspolitik braucht Verlässlichkeit, nicht Coolness. Vertrauen entsteht nicht durch Provokation, sondern durch Ernsthaftigkeit. Genau daran wird sich Kennedy messen lassen müssen.

Rubio beschwört Nähe zu Europa – doch München hört genau hin

Außenminister Marco Rubio versucht vor der Sicherheitskonferenz in München die transatlantischen Wogen zu glätten. Die Vereinigten Staaten seien eng mit Europa verbunden, kulturell wie historisch, sagt er vor dem Abflug. Viele Amerikaner hätten familiäre Wurzeln auf dem Kontinent. Es klingt nach Verlässlichkeit in einer Phase, in der europäische Regierungen zunehmend nervös auf Washington blicken. Im vergangenen Jahr hatte Vizepräsident JD Vance die Konferenz mit scharfer Kritik an Verbündeten irritiert. Dieses Mal soll der Ton verbindlicher sein, doch Rubio macht zugleich klar, dass sich die Spielregeln verändert haben. Man lebe in einer neuen geopolitischen Lage, die alle zwinge, ihre Positionen zu überprüfen. Hinter den Kulissen hoffen europäische Diplomaten auf Klarheit in Fragen der Sicherheit, der Ukraine und der Handelsbeziehungen. München wird damit erneut zum Ort, an dem sich entscheidet, ob die transatlantische Partnerschaft Stabilität oder weitere Spannungen erwartet.

Europas stille Sorge – Finanz- und Digitalsouveränität unter Druck

In Europas Hauptstädten wächst die Unruhe. Nicht wegen Panzern an der Grenze, sondern wegen Zahlungsströmen, Servern und Datenleitungen. Washington sehen viele Regierungen inzwischen als Risiko für ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit. Die Beschlagnahmung venezolanischen Öls, Drohungen gegen Grönland und Sanktionen gegen Richter des Internationalen Strafgerichtshofs haben verdeutlicht, wie schnell Machtinstrumente eingesetzt werden. Als Microsoft das E-Mail-Konto eines Anklägers abschaltete, weil eine US-Sanktionsliste es verlangte, war das in Brüssel ein Weckruf. Zwei Drittel aller Euro-Zahlungen liefen zuletzt über Mastercard oder Visa. In mehreren Mitgliedstaaten gibt es keine eigene digitale Zahlungsalternative. Die Europäische Zentralbank drängt deshalb auf einen digitalen Euro. Präsidentin Christine Lagarde warnt offen davor, die Kontrolle über das eigene Geld zu verlieren. Rund 70 Ökonomen haben das Europäische Parlament aufgefordert, die Abhängigkeit von US-Finanznetzwerken zu verringern.

Auch im Technologiesektor ist die Lage eindeutig. Cloud-Dienste von Amazon, Google und Microsoft dominieren. Nach US-Gesetzen wie dem CLOUD Act können amerikanische Behörden Daten von Unternehmen verlangen, selbst wenn diese in Europa gespeichert sind. In Frankreich wurde Staatsbediensteten die Nutzung von Zoom untersagt, stattdessen sollen sie auf ein heimisches System umsteigen. Städte in Deutschland, Dänemark und Frankreich prüfen ähnliche Schritte. Doch der Weg zur Eigenständigkeit ist steinig. Achtzig Prozent der digitalen Technologien werden importiert. Der Anteil Europas am globalen Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie ist in weniger als zehn Jahren von über zwanzig auf rund elf Prozent gefallen. In der Künstlichen Intelligenz hängen viele Projekte an Partnerschaften mit US-Konzernen. Diese investieren Milliarden in Rechenzentren, während Europa aufholen will.

Gleichzeitig droht Washington mit Zöllen, falls Brüssel amerikanische Technologiekonzerne stärker reguliert oder besteuert. Was als Sicherheitsdebatte begann, ist zu einer Frage der Souveränität geworden. Europas Entscheidungsträger stehen vor einer schwierigen Wahl: weiter auf amerikanische Infrastruktur setzen oder Milliarden investieren, um eigene Systeme aufzubauen. Der Abstand ist groß, der Druck steigt.

Zehn Milliarden gegen die BBC – Prozess gegen Trumps Klage für 2027 angesetzt

Bundesrichter Roy K. Altman vom U.S. District Court für den Southern District of Florida hat entschieden, dass die milliardenschwere Klage des Präsidenten gegen die BBC vor Gericht verhandelt wird. Der Termin ist gesetzt: Februar 2027, zwei Wochen Prozessdauer. Der Versuch des Senders, das Verfahren zunächst auszubremsen, ist gescheitert. Die Richterbank sieht keinen Grund, die sogenannte Beweisaufnahme aufzuschieben. Damit beginnt nun die Phase, in der interne E-Mails, Schnittprotokolle und redaktionelle Abläufe offengelegt werden könnten. Trump fordert insgesamt zehn Milliarden Dollar. Fünf Milliarden wegen angeblicher Verleumdung, weitere fünf Milliarden wegen unlauterer Geschäftspraktiken. Auslöser ist eine Dokumentation mit dem Titel „Trump: A Second Chance?“, die kurz vor der Präsidentschaftswahl 2024 ausgestrahlt wurde. Darin wurden drei Zitate aus seiner Rede vom 6. Januar 2021 zusammengeschnitten – Passagen, die fast eine Stunde auseinanderlagen. In der ausgestrahlten Fassung wirkte es, als habe er seine Anhänger in einem durchgehenden Aufruf aufgefordert, mit ihm zu marschieren und „wie die Hölle zu kämpfen“. Ein Abschnitt, in dem er zu friedlichem Protest aufrief, war herausgeschnitten.

Die BBC hat sich für die Bearbeitung entschuldigt, weist aber den Vorwurf der Verleumdung zurück. Juristisch argumentiert der Sender zudem, das Gericht in Florida sei womöglich nicht zuständig, da die Sendung dort nicht ausgestrahlt worden sei. Dieser Einwand wird in einem späteren Schritt geprüft. Vorerst läuft das Verfahren weiter. Der Fall ist brisant, weil er weit über eine einzelne Schnittentscheidung hinausreicht. Es geht um die Frage, wie weit redaktionelle Zuspitzung gehen darf, wann ein Schnitt zur juristischen Angriffsfläche wird – und wie mächtig ein amtierender Präsident ist, wenn er mit Milliardenforderungen gegen internationale Medien vorgeht. 2027 wird darüber nicht politisch, sondern vor Geschworenen entschieden.

Zwei Kriegsschiffe kollidieren – Marine baut Präsenz in der Karibik aus

Der Zerstörer USS Truxtun und das Versorgungsschiff USNS Supply stoßen bei einer Betankung auf See zusammen. Zwei Seeleute erleiden leichte Verletzungen, beide Schiffe bleiben manövrierfähig. Der Vorfall ereignet sich während eines größeren militärischen Aufmarsches in der Region. Zwölf Schiffe operieren derzeit in der Karibik. Die Trump-Regierung hat dort in den vergangenen Monaten Einsätze mit über 100 Toten gegen mutmaßliche Drogentransporte durchgeführt, sanktionierte Öltanker beschlagnahmt und eine menschen- und völkerrechtlich fragwürdige Festnahme in Venezuela veranlasst. Der Zwischenfall wirft Fragen zur Einsatzdichte und Koordination auf.

CIA wirbt auf YouTube um Spione in China

Der US-Auslandsgeheimdienst veröffentlicht ein neues Video, das chinesische Militärangehörige zur Kontaktaufnahme ermutigen soll. Erzählt wird die Geschichte eines fiktiven Offiziers, der sich von Korruption im eigenen System abwendet und den Schritt zur CIA wagt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Behörde politische Funktionäre in Peking adressiert. Die Botschaft ist eindeutig: Wer zweifelt, soll sich melden. Die chinesische Botschaft in Washington spricht von offener politischer Provokation. CIA-Direktor John Ratcliffe erklärt dagegen, man werde weiter Informanten aus Regierung und Militär anwerben. Die Rekrutierung läuft inzwischen öffentlich über soziale Medien – ein Zeichen dafür, wie offensiv Geheimdienste im digitalen Raum agieren. Der Informationskrieg wird nicht im Verborgenen geführt, sondern sichtbar auf globalen Plattformen.

Gallup beendet traditionsreiche Zustimmungsumfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Gallup stellt die Veröffentlichung von Zustimmungswerten für politische Amtsträger ein. Seit 1938 hatte das Institut die Zustimmung zu Präsidenten gemessen, beginnend mit Franklin D. Roosevelt. Nun erklärt Gallup, man könne hier keinen eigenständigen Beitrag mehr leisten. In einer Zeit, in der Umfragen das politische Klima stark beeinflussen, ist das ein bemerkenswerter Schritt. Andere Institute messen weiter, doch eine jahrzehntelange Vergleichslinie endet.

Abgehörtes Telefonat, geschwärzter Name – Streit um Kushner bringt Geheimdienst unter Druck

Ein abgefangenes Gespräch zweier ausländischer Staatsangehöriger über Iran hätte im normalen Strom geheimdienstlicher Berichte untergehen können. Doch ein Name machte daraus einen internen Konflikt: Jared Kushner. Das Protokoll stammte von einem ausländischen Partnerdienst und wurde an die Nationale Sicherheitsbehörde weitergeleitet. In dem Bericht war der Name geschwärzt, wie es bei US-Personen üblich ist. Dennoch war für Leser offenbar erkennbar, dass es sich um Trumps Schwiegersohn handelte. Ein Whistleblower warf der Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Tulsi Gabbard, vor, die Verbreitung des Berichts eingeschränkt zu haben. Der Vorwurf lautet, sie habe den Zugang innerhalb der Geheimdienstgemeinschaft begrenzt und damit die Weitergabe verzögert. Die Beschwerde entstand im vergangenen Mai, als die Regierung über einen möglichen Schlag gegen iranische Atomanlagen beriet. Ende Juni folgte tatsächlich ein Luftangriff auf Anordnung des Präsidenten.

Tulsi Gabbard

Kushner spielt inzwischen eine zentrale Rolle bei Gesprächen mit Teheran über das Atomprogramm, ballistische Raketen und regionale Einflussnahme. Gleichzeitig verfügt er über geschäftliche Interessen im Nahen Osten. Laut Personen, die den Bericht kennen, enthielt das abgefangene Gespräch Hinweise darauf, dass ausländische Akteure ihn als einflussreiche Figur in den Verhandlungen betrachteten. Darüber hinaus soll es Spekulationen gegeben haben, die von mehreren Beamten als unbelegt oder falsch eingestuft wurden. Gabbard ließ den Bericht der Stabschefin des Weißen Hauses vorlegen. Frühere Auseinandersetzungen betrafen bereits ein anderes Protokoll, in dem der Name eines US-Gesandten im Zusammenhang mit Venezuela auftauchte. Damals argumentierte sie, die Identität sei nicht ausreichend geschützt worden. Der amtierende Generalinspekteur sowie sein Nachfolger sahen in beiden Fällen kein Fehlverhalten. Dennoch kritisieren einige Abgeordnete, dass der Kongress erst spät über die Beschwerde informiert wurde.

Der zugrunde liegende Bericht ist weiterhin geheim. Eine stark geschwärzte Fassung der internen Prüfung liegt dem Kongress vor. Der Name Kushner wurde unter Verweis auf das Exekutivprivileg erneut entfernt. Zwischen Geheimschutz, politischer Sensibilität und parlamentarischer Kontrolle bleibt die Frage offen, wie viel Transparenz die Öffentlichkeit erwarten darf, wenn es um einflussreiche Personen im Umfeld des Präsidenten geht.

Pentagon-Eklat: Laser, Luftraumsperre und widersprüchliche Zuständigkeiten

Das Verteidigungsministerium erlaubte dem Grenzschutz den Einsatz eines Anti-Drohnen-Lasers. Kurz darauf schloss die Luftfahrtbehörde überraschend den Luftraum über El Paso. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigen den Ablauf. Offizielle Details bleiben spärlich. Die Episode wirft Fragen zur Abstimmung zwischen Militär und zivilen Luftfahrtbehörden auf. Wenn militärische Technik kurzfristig im Inland eingesetzt wird und der Luftraum geschlossen werden muss, zeigt das, wie schnell Sicherheitsmaßnahmen in den zivilen Bereich eingreifen können. Transparenz sieht anders aus.

Drohung Richtung Teheran – „Sehr traumatisch“, wenn kein Deal kommt

Der Präsident setzt dem Iran eine kurze Frist für ein Abkommen über das Atomprogramm. Innerhalb eines Monats solle eine Einigung stehen, andernfalls werde es „sehr traumatisch“. Parallel drängt Israels Regierungschef auf zusätzliche Bedingungen: Einschränkung des Raketenprogramms und Ende der Unterstützung für bewaffnete Gruppen wie Hamas und Hisbollah. Washington schlägt weitere Gespräche vor, Russland zögert bei parallelen Ukraine-Kontakten. Die Linie ist klar: Druck erhöhen, Tempo erzwingen, Ergebnis verlangen. Ob daraus Diplomatie oder neue Eskalation wird, entscheidet sich in den kommenden Wochen.

Zwei Flugzeugträger im Golf – Washington erhöht den Druck auf Teheran

Die USS Gerald R. Ford verlässt mit ihren Begleitschiffen die Karibik und nimmt Kurs auf den Nahen Osten. Dort soll die Trägerkampfgruppe zur USS Abraham Lincoln stoßen, die bereits im Persischen Golf operiert. Zwei amerikanische Flugzeugträgerverbände in derselben Region sind kein Routinebild, sondern ein klares Signal. Die Verlegung erfolgt im Rahmen von Donald Trumps Druckstrategie gegenüber der iranischen Führung. Militärische Präsenz ersetzt dabei nicht Diplomatie, sie flankiert sie. Ein Flugzeugträger ist keine abstrakte Drohung, sondern ein schwimmender Luftwaffenstützpunkt mit enormer Schlagkraft.

Für Teheran bedeutet das eine sichtbare Verschärfung. Für die Region steigt die Anspannung. Jeder zusätzliche Verband verändert das Gleichgewicht vor Ort, auch ohne einen einzigen Schuss. Washington zeigt, dass es bereit ist, militärische Optionen glaubhaft zu unterlegen. Ob diese Strategie abschreckt oder weiter eskaliert, wird sich nicht in Presseerklärungen entscheiden, sondern an der Frage, wie beide Seiten mit dieser Demonstration umgehen.

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